iab Conference Day: Neue Spielregeln in der KI-Ära
Auf dem iab Conference Day in Wien standen drängende Themen der Digitalwirtschaft auf der Agenda. Ein zentraler Diskussionspunkt: der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Wir blicken auf das Panel rund um Fairness und neue Geschäftsmodelle im KI-Zeitalter zurück und zeigen, warum alte Abrechnungsstrukturen nicht mehr funktionieren.
Unsere Director Media & Campaigns, Iris Handlsberger, diskutierte auf dem iab Conference Day, wie sich die Bewertung von Agenturleistungen durch KI verändert. Gemeinsam mit Anna Benda (Achtzehn Grad), Stefanie Winkler-Schloffer (A1) und Andreas Vretscha (WPP Media) beleuchtete sie die aktuelle Diskrepanz zwischen der erwarteten Effizienz und der oft unsichtbaren Aufbauarbeit bei KI-Projekten. Das klare Fazit der Runde: Technologischer Fortschritt erfordert ein Umdenken auf beiden Seiten, da klassische Stundensatz-Modelle Innovationen in der Praxis eher bestrafen als fördern.
Fotorückblick auf das Panel beim iab Conference Day, Fotocredit: Katharina Schiffl
Faire Leistung, unsichtbare Arbeit – Wert, Preis und Qualität in der KI-Ära neu verhandeln
Mit KI geht alles schneller – also muss es billiger werden? Dieser Trugschluss hält sich am Markt teils hartnäckig. Die Erwartungshaltung vieler Auftraggeber ignoriert die strategische und technische Vorarbeit, die für erfolgreiche KI-Projekte essenziell ist. Iris argumentierte in der Panel-Diskussion unter der Moderation von Julia Eisner deutlich: „Wer Effizienz durch sinkende Stundensätze bestraft, tötet jede Innovation.“ Das klassische Abrechnen nach Stunden belohnt Langsamkeit und bremst technologischen Vorsprung aus.
Gleichzeitig müssen auch Digitalagenturen ihre Herangehensweise anpassen. Selbst die beste KI liefert keine Ergebnisse ohne ein tiefes, strategisches Gesamtverständnis für die Kundinnen. Fairness erfordert in der KI-Ära daher Bewegung von beiden Seiten: Agenturen müssen ihre Geschäftsmodelle zukunftsfähig machen, während Kundinnen den Wert dieser neuen, hochqualifizierten Arbeit anerkennen müssen.
Der technologische Fortschritt bringt e-dialog als Agentur aber auch strategisch nach vorne. Die Nutzung von KI bringt einzelne Units enger zusammen und fördert die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Dennoch bleibt der Mensch in der Kuratierung unverzichtbar: Systeme müssen stets kritisch hinterfragt werden, da Maschinen menschliche Züge wie Humor, Empathie und kulturelles Verständnis schlichtweg nicht verstehen.