Mindset Morning: Warum Mut dort beginnt, wo die Kontrolle endet
„If you can fully assess a risk in advance, you’re not making a courageous decision—just a calculated one. Courage often begins where control ends.“
Mit diesem Gedanken starteten wir bei e-dialog in unser allererstes „Mindset Morning“ Panel. Nach einem gemeinsamen Frühstück in der Cafeteria in Wien widmeten wir uns einem Thema, das uns alle sowohl beruflich als auch privat immer wieder herausfordert: Mut. Was braucht es wirklich, um mutige Entscheidungen zu treffen, Risiken einzugehen und die eigene Komfortzone zu verlassen?
Um das herauszufinden, hatten wir drei Gäste auf dem Panel, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eines gemeinsam haben: Sie haben sich etwas getraut. Unternehmen gegründet, Risiken eingegangen und einfach mal etwas probiert. Christine Hoffmann-Schütz, David Theni und Siegfried Stepke haben ihre ganz persönlichen, ungeschönten Erfahrungen mit uns geteilt.
Fotocredit: e-dialog Team
Was ist das Schlimmste, das passieren könnte?
Diese einfache Frage, souverän durch den Vormittag begleitet von unserem Moderator Markus Widmer, kann oft der Schlüssel sein. Wenn wir die Antwort darauf akzeptieren, wird eine schwere Entscheidung plötzlich leicht.
Unsere drei Panel-Gäste haben uns mit ihren Perspektiven gezeigt, was mutiges Handeln im Alltag bedeutet. Hier sind die stärksten Impulse und Takeaways aus der Diskussion:
- Angst ist kein Stoppschild, sondern ein Scheinwerfer: Stell dich deiner Angst und nutze sie, statt dich von ihr blockieren zu lassen. Körperlich sind Angst und Vorfreude fast identisch – unsere Bewertung entscheidet, ob wir gelähmt sind oder einen Energieschub bekommen. Angst zeigt oft nur, dass etwas persönlich Bedeutsames auf dem Spiel steht.
- Das Risiko des Nicht-Handelns wird unterschätzt: Wir fokussieren uns bei Veränderungen meist auf die Risiken. Überlege auch mal: Was verlierst du, wenn du nichts veränderst? Und was wird durch den neuen Schritt überhaupt erst möglich?
- Fehlererkenntnis ist Entwicklung, kein Scheitern: Wenn es nicht so läuft wie geplant, war die Entscheidung nicht zwingend falsch. Rückschläge sind kein Urteil über deinen Selbstwert, sondern wichtiges Datenmaterial. Vielleicht bist du heute einfach schlauer als gestern.
- Sich anderen zumuten: Alltagsmut bedeutet auch, sich mit klaren Grenzen und ehrlichem Feedback zu positionieren. Einmal laut auszusprechen, dass eine bestimmte Aufgabe keinen Sinn mehr macht, ist keine Arbeitsverweigerung, sondern oft ein wichtiger Impuls für Innovation.
- Sich konsequent von der Freude leiten lassen: In unserer Gesellschaft definieren wir Wertigkeit oft über Härte und Anstrengung. Sich aktiv für die eigene Lebensfreude zu entscheiden, erfordert enormen Mut, denn es bedeutet, traditionelle Erwartungen loszulassen und sich der eigenen Wahrheit zu stellen.
Echte Inspiration statt Smartphone-Ablenkung
Wir sind fest davon überzeugt, dass wir am besten aus den echten Lebensgeschichten anderer lernen – ähnlich wie bei einem guten TED Talk. Und der Erfolg dieses neuen Formats spricht für sich: 45 Minuten lang ungeteilte Aufmerksamkeit im Raum. Niemand der Anwesenden hat auf sein Smartphone geschaut. Jeder Mensch hat eine Geschichte über Mut, Risiko oder auch vertane Chancen zu erzählen. Es lohnt sich, zuzuhören.