PCon 2026: Wie KI, Content-Skalierung und neue Plattform-Trends das Marketing verändern

Die elfte Ausgabe der Fachkonferenz von e-dialog zeigte praxistaugliche Strategien für moderne Customer Journeys und effiziente Kampagnen-Workflows.

Zum elften Mal versammelte sich gestern die Marketing-Branche auf der PCon in Wien. Auf zwei Tracks beleuchtete die Fachkonferenz, wie stark sich die digitale Customer Journey verändert, wohin sich die großen Plattformen entwickeln und welche Rolle generative KI künftig in Content und Kreation einnimmt. Stattgefunden hat das Event in Wolke 19 hoch über den Dächern der Stadt.

Fotocredit: Jennifer Fetz

Plädoyer für eine Alternative

Eröffnet wurde das Programm von Anna Zeiter, CEO und Mitgründerin der Plattform W Social, die eine europäische Alternative zu X vorstellte. „Wir brauchen eine Plattform, auf der Europäer*innen über Europa sprechen können. Gleichzeitig müssen wir dem Qualitätsjournalismus den Raum geben, den er verdient“, forderte Zeiter in ihrer Keynote.

Vorträge von Pinterest, Meta und YouTube verdeutlichten die unterschiedlichen Ansätze der großen Plattformen und deren Konsequenzen für moderne Marketingstrategien. Julius Schwaar und Daniel Pietrowski zeichneten die Entwicklung der YouTube-Präsenz von Schweiz Tourismus von einer reinen Videoablage hin zum Entertainment-Hub nach. Andreas Rau von Meta zeigte, wie smarte Messaging-Strategien mit WhatsApp aus kritischen Momenten positive Marken-Erfahrungen machen können. Maria Lieb von Pinterest erklärte, wie der Taste Graph der Plattform den Geschmack der Nutzer*innen trifft, zum Verweilen einlädt und die Intensität der Auseinandersetzung mit Inhalten steigert.

Viel Content hilft viel

Wie entscheidend Content nicht nur für Social Media, sondern auch für den E-Commerce ist, zog sich als zentrales Thema durch den Tag. Werbetreibende stehen vor der Aufgabe, Inhalte in hoher Frequenz und Varianz bereitzustellen – ob für organische Kanäle, Werbemittel oder Produktdetailseiten im Online-Shop. Auf den beiden Bühnen der PCon präsentierten Expert*innen praxisnahe Lösungsansätze, wie Unternehmen diese Herausforderung trotz stagnierender Budgets meistern. Die Zusammenarbeit mit Content Creators wie PCon-Panelistin Joanna Zhou bietet dazu ebenso Wege wie der Aufbau einer agilen Inhouse-Contentproduktion, wie ihn David Theni und Eugen Smolski von Viralhouse vorstellten.

Generative KI als Lösungsansatz

Das Konferenzprogramm verdeutlichte zudem, dass immer mehr Unternehmen bei Bild- und Videomaterial auf generative KI setzen. Stephanie Karch von Google gab einen Überblick darüber, was Tools wie Nano Banana oder Veo bereits leisten. Wie sich solche Modelle in einen agentischen Kampagnen-Workflow einbinden lassen, demonstrierten Dominic Herr von e-dialog und Christel Robben anhand des Frameworks edify.

Dass KI-generierte Assets den hohen Qualitätskriterien im Brand-Marketing standhalten, bewiesen zwei konkrete Praxisfälle auf der Bühne. Fabian Büchler von der Schweizer E-Commerce-Plattform brack.ch erläuterte die Skalierung eines Sortiments mit über 300.000 Artikeln: Ein maßgeschneidertes KI-Tool von e-dialog ermöglicht es, tausende Produktseiten mit attraktiven Bildern zu ergänzen und die Kaufwahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Bestandener Praxistest

Zum Abschluss der Konferenz präsentierten Valerie Brugger (Wiener Städtische) und Maria Holzinger (e-dialog) ein innovatives Modell für schnelle Kampagnenentwicklung: In einem dreitägigen Promptathon erarbeiteten Markenverantwortliche, Kreative und KI-Expert*innen sämtliche Werbemittel für eine komplette Kampagne vor Ort – vom ersten Briefing bis zu den fertigen Assets.

Andrea Swift, CEO von e-dialog, zieht ein positives Fazit: „Es war fantastisch zu sehen, wie offen und konstruktiv der Austausch auf der PCon war. Wir haben Raum für echte Gespräche zwischen den unterschiedlichsten Branchen und den großen Plattformen geschaffen. Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer*innen zeigen uns, dass dieser praxisorientierte Ansatz der richtige ist.“

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