Zwischen Brainrot und Brand Value: Die größten Mythen über generative KI im Marketing
Management Summary
„Das ist doch eh nur ein Knopfdruck“
Ja, generative KI verändert aktuell den Workflow in der Kreativbranche enorm. Dinge, die zuvor in mühseliger Handarbeit erstellt wurden und erhebliche Kosten sowie Zeitaufwand erforderten, lassen sich heute am Schreibtisch schneller und effizienter umsetzen. Unsere Arbeit befindet sich im stetigen Wandel. Arbeitsprozesse werden beschleunigt und optimiert. Bedeutet das, dass der kreative Kopf in diesem Prozess komplett ersetzt werden kann? Auf gar keinen Fall!
Man kann es sich so vorstellen: Ein Haus kann gebaut werden, indem man Ziegelstein auf Ziegelstein legt. Es kann aber auch aus maschinell vorgefertigten Wänden zusammengesetzt werden. Beide Methoden erzeugen ein Haus, doch in beiden Fällen war zunächst jemand mit der Idee da. Und dieser Teil ist unersetzlich. Selbst wenn es in Zukunft riesige 3D-Drucker geben sollte, die auch Elektro- und Wasserleitungen integrieren, entsteht die Idee zum Haus immer zuerst im Kopf eines Menschen – sonst würde es gar nicht gebaut werden.
Die Idee zu haben, sie auszuarbeiten und am Ende das Ergebnis kritisch zu prüfen – das ist Arbeit. Unersetzliche Arbeit, die entsprechende Expertise und Skillsets erfordert.
„Da kann doch nichts Gutes bei rauskommen“
Ob Hunde, die Turmspringen veranstalten oder Will Smith, der auf bizarre Weise einen Teller Spaghetti verspeist – KI generierte Inhalte haben in der Regel doch keinen Mehrwert, oder? Ja, generative KI hat in den letzten Jahren die sozialen Medien mit sogenanntem AI Slop geflutet und genau das hat viel Aufmerksamkeit und Kritik erzeugt. Dieses sogenannte Brainrot mag auf manchen Plattformen dominieren und sorgt für Belustigung oder Empörung, doch das ist nur eine Seite der Medaille.
Dass schlechte oder beliebige Inhalte entstehen können, stimmt, aber das ist nicht der Kern dessen, was generative KI leisten kann. Generative KI ist einfach ein Werkzeug, das Ideen umsetzt, die Menschen ihm geben. Je durchdachter, klarer und kreativer der Input ist, desto qualitativ hochwertiger ist auch der Output. Ohne klares Ziel und Strategie produziert jedes Tool beliebige Ergebnisse, das ist keine KI-Spezifik, sondern ein generelles Gestaltungsprinzip.
Mit entsprechender strategischer Vorbereitung, die unser Team gemeinsam mit unseren Kund*innen leistet, können mittels KI effektive Kampagnen erstellt werden, die den höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Es ist ein filigranes Zusammenspiel zwischen dem Input unserer Kund*innen, unserem gekonnten Storytelling und der Unterstützung durch generative KI, das Kampagnen wirklich zum Strahlen bringt.
„Dürfen wir das überhaupt?“
Wie war das noch gleich mit Urheberrecht und KI? Irgendwie hat man doch ein mulmiges Gefühl dabei, weil KI doch nur Dinge, die bereits existieren, „kopiert“, und eine Verletzung von Urheberrechten sei doch vorprogrammiert. Völlig verständliche Bedenken. Neue technische Möglichkeiten erfordern, dass man sich mit den rechtlichen Konsequenzen auseinandersetzt.
Rechtlich ist die Lage derzeit in vielen Punkten noch im Wandel, aber es gibt einige klare Grundsätze:
- KI-generierte Inhalte sind in der Regel nicht automatisch urheberrechtlich geschützt, was jedoch nicht bedeutet, dass ihre Nutzung verboten ist.
- Rechtliche Risiken entstehen vor allem dann, wenn Inhalte zu nah an bestehenden, geschützten Werken liegen oder ungeprüft eingesetzt werden.
- Genau deshalb braucht es klare Prozesse, menschliche Kontrolle und rechtliches Bewusstsein im Umgang mit KI-Assets.
Da generative KI und Urheberrecht ein dynamisches Feld bleiben, ist es wichtig, sich kontinuierlich zu informieren und die jeweiligen Lizenzbedingungen der genutzten Tools zu prüfen. Unsere Expert*innen halten sich permanent auf dem neuesten Stand und stehen dir jederzeit für rechtliche Fragen zur Verfügung. Weiterführende Informationen zur aktuellen Rechtslage findest du unter offiziellen Quellen wie beim Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz oder spezialisierten Rechtsportalen.
„Wir sind (noch) nicht bereit dafür“
Never change a running system, sagen diejenigen, die nicht den Mut haben, Neues auszuprobieren. Es kann Überwindung kosten, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben und das Risiko einzugehen, Fehler zu machen. Doch genau dieses Mut-zum-Ausprobieren birgt Chancen, die man sonst verpasst. Es ist wichtig zu erkennen: Wer heute nicht lernt, wie man KI sinnvoll einsetzt, wird morgen anders lernen müssen – unter Zeit- und Wettbewerbsdruck.
Die Arbeit mit generativer KI erfordert ein Umdenken. Bestehende Arbeitsprozesse funktionieren in vielen Fällen nicht mehr in ihrer bisherigen Form – und das ist okay. Neue Tools bieten neue Möglichkeiten, bessere Ergebnisse zu erzielen und Dinge effizienter zu gestalten. Gleichzeitig eröffnen sie auch die Chance, etwas Neues zu lernen.
Erfahrungen aus realen Kampagnen zeigen bereits heute, dass Teams, die strategisch mit KI arbeiten, signifikante Zeitersparnisse, bessere Skalierbarkeit und oft auch bessere Performance-Ergebnisse erzielen.
„Das ist doch nur ein Hype“
Die KI-Bubble wird doch eh bald platzen und dann schauen diejenigen dumm aus, die jetzt aufspringen? Ja, es ist ein Hype. Und ja: nicht jede Verwendung von KI ist sinnvoll oder nachhaltig. Deshalb ist es wichtig, nicht blind zu begeistern, sondern kritisch und souverän zu bewerten. Generative KI allein ist kein Selbstzweck. Doch das Potenzial, das in der Technologie steckt, geht weit über kurzfristige Trends hinaus.
Generative KI verändert Arbeitsprozesse, Entscheidungswege und Leistungsfähigkeit von Teams und Kampagnen nachhaltig. Wenn Kreativität, Daten und Technologie zusammenspielen, entsteht etwas, das weder rein menschlich noch rein maschinell ist sondern genau dort, wo beides in Balance gebracht wird. Generative KI ist keine kurzfristige Modeerscheinung, sondern Teil einer strukturellen Veränderung kreativer und datengetriebener Arbeit. Nicht „mehr KI“ ist entscheidend, sondern bessere Entscheidungen mit KI: weniger Blindleistung, mehr Wirkung.
Fazit:
Generative KI ist kein Zaubertrick, genauso wenig wie eine Kamera oder ein Grafiktablett es je waren. Sie ist ein neues Werkzeug in einem sich entwickelnden Handwerkskasten. Und wie bei jedem Werkzeug gilt: Der Wert entsteht dort, wo Menschen es sinnvoll einsetzen.